Der Mann hinter der Krimiwoche

Leif Tewes ist Schirmherr der großen Facebook Krimi- und Thriller-Woche 

Leif Tewes schreibt Thriller. Rasante, stürmische, unberechenbare. Daneben ist er ein Mann, der sich immer wieder neu erfindet. Der als Musiker und DJ schon immer mit der Kunst eng verwoben war. Leif Tewes sucht auch privat die Gefahr, den Nervenkitzel – auf seinen zahlreichen Reisen und Offroad-Rallyes durch Länder wie Südamerika, Afghanistan, arabische Länder sowie Nord- und Südafrika. Hier holt er sich seine Inspiration für seine Geschichten.

Leif Tewes ist mutig. Und geht ehrgeizig neue Wege. Bei einem Glas Wein in einer beschaulichen Frankfurter Kneipe sprachen wir über die Power der Zusammenarbeit mit anderen Autoren. Über Social Media, Events, Lesungen und vielen anderen Themen rund um das Marketing seiner Bücher, die zusammen eigentlich noch viel mehr Spaß machen und auch mehr bringen. Entstanden ist die Idee eines Events, das die ganze Krimi- und Thriller-Branche, Verlage, Autoren, Leser und Blogger online zusammen bringt. Mit Live-Lesungen, Live-Chats, Blogger-Beiträgen und vielem mehr. Den Autoren und Verlagen nah sein, neue Kontakte zu Lesern knüpfen, 7 Tage feiern. Alles bequem von zuhause aus, Crime & Thrill 2.0. eben.

Verrückt? Vielleicht. Eher anders, neu, einzigartig. Ein bisschen so wie Leif Tewes selbst.

Wir wollten noch ein paar Dinge von ihm wissen und haben deshalb Leif Tewes deshalb 3 Fragen gestellt:

1. Leif, was fasziniert Dich am Thriller-Schreiben?

Ich liebe es, die Unordnung und das Chaos in einem Thriller auszuleben, Gegensätze auszuspielen und Dinge oder Charaktere zu entwickeln, die man im „normalen“ Leben erahnen, aber kaum real fassen kann. Es geht nicht nur ums Siegen, sondern auch ums Scheitern, nicht nur um den Kampf gegen das Böse, sondern auch um den eigenen alltäglichen Kampf mit sich selbst. Für Themen, die mich beschäftigen, entwickle ich Figuren, die ich in ein passendes Setting werfe, sie dann loslasse und an ihrer Entwicklung und ihrem Kampf teilhabe. Das Schöne am Schreiben ist, dass ich keine Rücksicht nehmen muss. Figuren können handeln, wie ich es nie täte oder gerne täte, oder vielleicht auch schon getan habe. Entgegen eines Krimis, in dem am Ende der Mörder gefasst und das Gute gesiegt hat, kann ich Verbrechen in meinen Thrillern offener, ja freier, gestalten. Diese Freiheit schätze ich sehr am Thriller-Schreiben.

2. Dein erster Thriller Tag Null hat viele Leser bewegt, weil er anders ist. Was würdest Du sagen macht ihn besonders? 

Tag Null und auch mein neuer Thriller, den ich gerade fertig stelle, fallen in die Kategorie „neo-noir“, das heißt, ihnen fehlt die Trennung von Gut und Böse, zwischen Schuld und Unschuld. Während Krimis in der Regel regional verortet sind und ein Ermittlerteam im Fokus steht, gibt es im Noir keine Helden, sondern Entwurzelte, Heimatlose, Einzelgänger. Figuren, die aus der Bahn geworfen werden oder schon neben der Spur laufen, verfolgt von den Schatten der Vergangenheit, die verzweifelt nach Erlösung durch Geld, Gerechtigkeit oder Liebe suchen. Und sie in der Regel doch nicht finden. Sie scheitern an sich, an korrupten Politikern, Polizisten, und oftmals an Frauen.

Wie Tom in “Tag Null”, der genau so ein Vertriebener ist, als Auftragskiller außerhalb aller gesellschaftlichen Normen lebt und dann etwas findet, was er nicht gesucht hat. Auch Kommissar Berg trägt eine alte Schuld mit sich, ist ein Getriebener seiner Moral und zögert nur kurz, als er die Gelegenheit für eine wahnwitzige Aktion wittert. Der Killer und der Kommissar sind sich ähnlicher als beide wahrhaben wollen. Die Grenze von Gut und Böse ist schwammig und widersprüchlich, das Gesetz und die persönlichen Moral nicht deckungsgleich. Der Kommissar interessiert sich nicht immer für das Verbrechen, sondern eher für den Auslöser, und bewertet Verbrechen nach wechselnden Maßstäben. Ihn interessiert der Charakter der Krise, das emotionale Momentum, das zur Tat führt, ohne nach gesellschaftlich akzeptierten moralisch Maßstäben zu urteilen.

Viele Leser sind überrascht, da man immer versucht, Menschen (und in dem Fall die Charaktere im Buch) in eine bestimmte Kategorie zu stecken, die sie kennen. Die keine Angst macht. Ein Auftragskiller, der menschliche Züge zeigt und den man fast sympathisch findet, lässt sich schwer in ein Raster einordnen. Leser geben mir dazu häufig Feedback, dass sie das an meinen Geschichten faszinierend finden.

3. Die Krimiwoche wurde dank Deines Engagements ins Leben gerufen. Was war die Intention dahinter, ein solches Online-Event durchzuführen und worauf freust Du Dich besonders?

Ich freue mich besonders auf die Leser! Und darauf, andere, tolle Autoren aus meinem Genre kennenzulernen. Dazu bietet sich außerhalb der Criminale (Anmerkung der Redaktion: Jahresveranstaltung des „Syndikat“, Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Schriftsteller)  kaum die Gelegenheit. Wir wollen das Feeling eines Krimifestivals, wie es die Krimi-Fans kennen, virtuell abbilden und ins Web holen. Leser sollen so nicht nur regionale Geschichten und ihre Autoren kennenlernen, sondern die Möglichkeit haben, landesweit online an solch einem Event mit Autoren  aus verschiedenen Regionen teilzunehmen. Damit gehen wir völlig neue Wege, um Autoren, Leser und Blogger miteinander zu vernetzen.

Die Krimiwoche ist ein bis dato einmaliges Online-Event, mit dem wir neue Maßstäbe setzen wollen. Um ein großes Spektrum an Krimi- und Thriller-Autoren abzubilden, haben wir Autoren unabhängig ihrer Art der Veröffentlichung aufgenommen, also Selfpublisher, kleine und große Verlage, Debütanten und langjährig erfolgreiche Autoren. Die Leser sollen Vielfalt und neue tolle Autoren mit ihren Büchern kennenlernen und eine unvergessliche Woche erleben.

Mehr Informationen über Leif Tewes findest Du auf seiner Website 

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